Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) hat mit Empörung und Erschrecken die Vorgänge um das wohl größte Rechtsrock-Konzert an diesem Wochenende im thüringischen Themar verfolgt. Unter dem Schutz von 1000 Polizisten traten auf Einladung offen neofaschistischer Organisatoren Musikgruppen auf, die mit ihren menschenverachtenden Texten und Musikstücken Rassismus und Fremdenfeindlichkeit propagieren und die wie die Gruppe »Stahlgewitter« Verbindungen zum verbotenen Netzwerk »Blood and Honor« haben. Dieses Konzert wurde zu einem Anziehungspunkt für Neonazis nicht nur aus Thüringen, sondern aus Deutschland und dem europäischen Ausland.
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Treffen sich 6.000 Neonazis und dürfen ungehindert feiern. So geschehen in der thüringischen Kleinstadt Themar am Wochenende, nahezu unbemerkt von der großen Politik. Und so geschehen genau eine Woche nach dem G20-Gipfel in Hamburg, der eine in jüngster Zeit beispiellose Hetze gegen Linksradikale nach sich zog.

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taz-hamburg, Andreas Speit

Die AfD wollte an der Bundeswehr Universität in Hamburg über „Bundeswehr und Wehrmacht“ diskutieren. Doch die Hochschule blies die Veranstaltung ab
Das Thema war provokant gewählt, der Veranstaltungsort ebenso. Über „Bundeswehr und Wehrmacht: Tradition und historische Verantwortung“ wollte Hamburgs AfD-Bürgerschaftsfraktion gestern Abend im Offi­zierskasino der Bundeswehr Universität diskutieren. Sprechen sollte vor allem AfD-Bundesvorstandsmitglied Georg Pazderski. Doch am Montag blies die Bundeswehr Universität die Veranstaltung ab: Pazderski sei in ihren Räumen unerwünscht.

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Blick nach rechts, Katrin Katjuscha/Theo Schneider
Neonazis aus Norddeutschland pilgern zur „Sonnenwendfeier“ mit anschließendem Rechtsrock-Konzert in Eschede.
Am Samstag veranstalteten Neonazis aus Niedersachsen erneut eine traditionelle „Sonnenwendfeier“ mit Kinderfest und anschließendem Rechtsrock-Konzert in Eschede. Die Veranstaltung stand unter dem Motto „25 Jahre Widerstand im Heide(n)land“ und wurde organisations- und parteiübergreifend beworben. (bnr.de berichtete)
Auf einem Flyer im Internet wurden die Bands „Gassenraudi“ (um Sören Högel, dem früheren Chef der Braunschweiger Kameradschaft „Burschenschaft Thormania“), „Flak“ (aus dem Rheinland um Philipp Neumann), sowie Liedermacher „Barny“ (Mirko Szydlowski) und „Rommel“ angekündigt. Dennoch sprachen die Organisatoren von einer „privaten Veranstaltung“.
Private Veranstaltung öffentlich beworben
„Die Nazis bezeichnen ihr Konzert zwar als eine private Veranstaltung, bewerben es aber öffentlich im Internet. Wenn die örtlichen Behörden und der Landkreis ernsthaft etwas gegen die Nazitreffen machen wollten, hätten sie doch spätestens jetzt die Möglichkeit gehabt, indem sie dieses Treffen als ein öffentliches betrachtet hätten, was es unserer Meinung auch war, und mal die Veranstaltung auf Verstöße kontrollieren können“, erklärt Kirsten Dieckmann vom Celler Forum gegen Rechts. So wie bei einem Rechtsrock-Konzert auf dem Nahtz-Hof vor sieben Jahren, als die angebliche „private Verlobungsfeier“ von Nazikader Marcus Winter von den Behörden damals zu Recht als öffentliches Konzert eingestuft wurde. Die dadurch ermöglichten Vorkontrollen brachten Verstöße gegen das Waffengesetz und Ermittlungsverfahren wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ins Rollen.

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Endstation Rechts
Die gescheiterte Eröffnung einer neuen Boutique in Norderstedt bei Hamburg endete für die in rechtsextremen Kreisen beliebte Modemarke Thor Steinar in einem PR-Desaster. Aufgrund baurechtlicher Mängel wurde die Filiale per Amtsbeschluss nur zwei Stunden nach Eröffnung wieder geschlossen – für immer. Nun nutzt der Küchengerätehersteller Vorwerk die Immobilie. Behörden und Zivilgesellschaft atmen auf.
Kaum eröffnet, schon geschlossen: In Norderstedt bleibt der "Thor Steinar"-Laden dicht. Nun bietet Vorwerk in den Räumlichkeiten u. a. Kochkurse an.
Nachdem es im unweiten Glinde (Kreis Stormarn) jahrelange Proteste gegen den dortigen Thor Steinar-Laden gegeben hatte, war schon länger über einen Ausweichstandort in der Region spekuliert worden. Die von Thor Steinar im Dezember 2016 angesetzte Neueröffnung einer Filiale in Hamburg/Norderstedt ging dann aber gründlich schief. Anstelle von kauflustigen Kunden aus der rechten Szene wurden die Betreiber von zahlreichen Polizisten und Gegendemonstranten begrüßt. „Der Laden ist gewerbe- und nutzungsrechtlich nicht korrekt angemeldet. Der Laden wurde jetzt geschlossen", sagte damals ein Sprecher der Polizei gegenüber Medienvertretern.

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