Jungle world, Marcus Latton

Der erste Schritt, ein »patriotisches Weltbild« zu schaffen und der »Wiederauferstehung des Landes der Dichter und Denker« den Weg zu bereiten, ist dem AfD-Jugendverband »Junge Alternative für Deutschland« (JA) in Hessen geglückt. Die Wahlkampfrhetorik verfing zumindest bei manchen Studenten an der Universität Kassel, die ihren Kommilitonen Marius Dill ins Studierendenparlament wählten. Im Hessischen Rundfunk outete er sich als Anhänger des thüringischen AfD-Politikers Björn Höcke, der dem völkischen Parteiflügel zugerechnet wird. »Ich teile mit ihm die tiefe Zuneigung zu unserem Vaterland und zu unserem deutschen Volk«, sagte der 23jährige Geschichtsstudent. In dem von Jusos und Grünen dominierten Studierendenparlament der Universität dürfte Dill politisch isoliert bleiben. Doch er ist als erster Vertreter der JA überhaupt in ein akademisches Gremium gewählt worden.

weiterlesen

 

Hamburger Abendblatt, Sören Kittel

Kempten/Hamburg. Was im Internet geschrieben wird, kann im realen Leben ernste Folgen haben. Eine Liste von Stiftung Warentest zeigt, dass Gerichten teilweise hohe Geldstrafen verhängen für Hasskommentare im Netz. Jemand, der "Merkel muss öffentlich gesteinigt werden" im Internet schreibt, musste beispielsweise 2000 Euro zahlen. Wer Juden "selbst Schuld" am Holocaust gibt, zahlt 5000 Euro. Wer Asylbewerbern eine "Handgranate spenden" will, kann wegen Volksverhetzung bis zu 7500 Euro bezahlen.

weiterlesen

Honnoversche Allgemeine, Jörg Köpke und Jan Sternberg

Berlin. Daniel Fiß legt Wert auf Stil. Unter dem grau-schwarzen Kapuzenpulli trägt er ein kariertes Hemd der kalifornischen In-Marke Hollister. Vor ihm steht ein heißes Glas Tee mit frisch gezupften Pfefferminzblättern. Äußerlich erfüllt der 23-Jährige das Klischee des Typs idealer Schwiegersohn. Zielstrebig, wie er ist, kann er schon einen Abschluss in Governance vorweisen, einer Kombination aus Jura und Politikmanagement. Zwei weitere macht er gerade: in Politikwissenschaften und Philosophie.

Der junge Mann mit dem gepflegten Kurzhaarschnitt ist höflich und eloquent. Schwer vorstellbar, jemand wie er könnte die rechtsextreme Szene in Deutschland aufmischen. Doch genau das tut er.

Aus der Anonymität von Facebook und Twitter in die Öffentlichkeit

weiterlesen

 

spiegel online

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) hat nach dem Streit um antisemitische Äußerungen des AfD-Landtagsabgeordneten Wolfgang Gedeon angeregt, eine mögliche Beobachtung der Partei Alternative für Deutschland durch den Verfassungsschutz neu zu bewerten. "Der Verfassungsschutz muss ein scharfes Auge auf die AfD und einzelne Personen aus dieser Partei haben", sagte Strobl der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Wenn die Voraussetzungen für eine Beobachtung vorliegen, muss gehandelt werden."

weiterlesen

Mopo, Interwiev mit Andrea Röpke

Wer an Biobauern denkt, denkt an langhaarige linke Aussteiger. Dass jetzt Nazis Ackerbau und Viehzucht betreiben, wird viele überraschen. Ist das eine neue Entwicklung? 
Andrea Röpke: Nein, es ist keine neue, aber eine erschreckende  Entwicklung. Die neue Qualität ist heute, dass es inzwischen viele sind, die versuchen, Bio-Landwirtschaft und Blut-und-Boden-Ideologie zu vermischen. Neonazis betätigen sich in der Forstwirtschaft, verkaufen Bio-Gänse, hüten Auerochsen oder sind in der Solidarischen Landwirtschaft eingesickert. Sie verbergen ihren politischen Hintergrund und infiltrieren die Strukturen, das macht sie so gefährlich.

weiterlesen