WELT,  Per Hinrichs

Hilde Michnia soll als SS-Mitglied den Todesmarsch ins KZ Bergen-Belsen begleitet haben, bei dem Hunderte Frauen ums Leben kamen. Das Verfahren war schon eingestellt, doch nun wird wieder ermittelt.
Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen die frühere KZ-Aufseherin Hilde Michnia aus Hamburg wieder aufgenommen – auf Anweisung der Generalstaatsanwaltschaft. Das bestätigte die Behörde der WELT am Dienstag.
Die heute 95 Jahre alte Frau soll 1945 an einem Todesmarsch von KZ-Häftlingen beteiligt gewesen sein, die vom Konzentrations- und Arbeitslager Grünberg, dem heutigen Zielona Góra in Polen, über das 60 Kilometer entfernte Guben weitere 400 Kilometer bis nach Bergen-Belsen laufen mussten. Von 2000 entkräfteten Frauen kamen bei dem Marsch etwa 1400 ums Leben. In den letzten Kriegswochen war Michnia noch im KZ Bergen-Belsen eingesetzt gewesen. In einem Video-Interview von 2004 erzählte sie selbst, an einem Marsch teilgenommen zu haben.
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