Demo am 16.09. Barmbek sagt nein: kein Naziladen in der Fuhle
16.09., 10.00 Uhr / Bert-Käempfert-Platz / Kommt zu den Mahnwachen, jeden Di.+Do. 17-19 Uhr, Sa. 11-13 Uhr, Fuhlsbüttler Str. 257
Aufruf +++ Zeit zu handeln: Keinen Raum der AfD +++ jetzt unterschreiben

Firma Ströer Deutsche Städte Medien GmbH
Region Nord
Oehleckerring 22-24
22419 Hamburg

Firma awk Aussenwerbung GmbH
Stremelkamp 7
21149 Hamburg



Offener Brief an die Firmen Ströer und awk:
Geben Sie der AfD keine Werbeflächen für nationalistische, sexistische, homophobe und rassistische Propaganda

Sehr geehrte Damen und Herren,

leider müssen wir auch in Hamburg feststellen, dass Ihre Firma im Rahmen des Bundestagswahlkampfes 2017 Werbestellflächen für große Aufsteller der Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) zur Verfügung stellt. Damit geben Sie einer rechtspopulistischen und rechtskonservativen Partei Raum und Platz, ihre nationalistischen, frauenfeindlichen, homophoben und rassistischen Thesen zu verbreiten.

Plakate der AfD verstoßen gegen den Gedanken der Völkerverständigung

Die AfD steht für eine Politik, die Menschen nach ihrer Herkunft, nach ihrer Religion, ihrem Geschlecht und ihrer sexuellen Identität bewertet. Mit angeblichen und inszenierten Tabubrüchen sorgt die Partei seit Monaten dafür, dass rechte und extrem rechte Ideen wieder gesellschaftsfähig werden. Plakatparolen wie „Islamisierung stoppen“, “Burkas? – Wir steh’n auf Bikinis“, „Der Islam“ passt nicht zu unserer Küche“ und „Neue Deutsche? Machen wir selber“ verstoßen gegen den Gedanken der Völkerverständigung. Sie sind sexistisch, volksverhetzend und respektlos gegenüber muslimischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern.

Wir meinen, dass eine Partei, die Personen ‚entsorgen‘ will, Schießbefehle an den Außengrenzen fordert und Angehörige muslimischen Glaubens als potenzielle Terroristen bezeichnet, den Raum des demokratischen Meinungsspektrums längst verlassen hat. Auch in Hamburg sucht die AfD nicht die demokratische Auseinandersetzung im Parlament, sondern versucht durch gezielte Anprangerung in sozialen Netzwerken, politisch missliebige Abgeordnete einzuschüchtern. Dabei nimmt sie Gewalt- und Mordaufrufe Dritter bewusst in Kauf. So wurde die Abgeordnete von Berg (Grüne) z.B. aufgrund eines gezielten Angriffs mit Vergewaltigungs- und Mordaufrufen überzogen.

Auch Sie als Vermieter von Werbeflächen können handeln!

Das Beispiel der Werbeplakatfirma Wesselmann aus dem Ruhrgebiet zeigt, dass es auch anders geht. Diese nahm im NRW-Wahlkampf im Frühjahr 2017 keine Aufträge der AfD an, da sie eine Zusammenarbeit mit der AfD grundsätzlich ablehnt.

Wir möchten Sie daher bitten, der AfD keine Flächen für Werbeplakate mehr zur Verfügung zu stellen und die Zusammenarbeit mit der AfD zu beenden. Das gleiche gilt für den „Verein zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und bürgerlichen Freiheiten“, der für die AfD eine Plakat-Kampagne durchführt.

Sie haben die Entscheidungshoheit, was zum Aushang kommt. Wir wissen, dass Wahlwerbung unter den Schutz des Grundgesetzes fällt. Aber Meinungsfreiheit und Parteifreiheit hat da ihre Grenzen, wo sie gegen Gesetze, die Verfassung oder den Gedanken der Völkerverständigung verstößt. Von daher bitten wir Sie nochmals um sorgfältige Prüfung der Motive und Inhalte und Abnahme von Plakaten, die gegen Völkerverständigung verstoßen.

Eine Vergabe von Werbeflächen für dumpfe Deutschtümelei ist mit dem weltoffenen Image unserer Stadt schwer vereinbar. Stellen Sie nicht kurzfristige Profitinteressen über einen möglicherweise langfristigen Imageschaden. Wer Schusswaffen gegen Geflüchtete einsetzen will, Frauen zurück an den Herd schicken möchte und wieder deutschen Nationalismus zur Maxime der Politik erklärt, hat auf Hamburger Werbeplakaten nichts zu suchen!

Außerdem haben Sie eine Mitverantwortung für Ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die sich durch die Plakate der AfD beleidigt und diskriminiert fühlen können.

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne per E-Mail zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Hamburger Bündnis gegen Rechts
18. September 2017

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