Auf der letzten Vollversammlung des HBgR am 09.05.12 wurde über den
aktuellen Sachstand informiert. Inzwischen unterstützen mehr als 170
Organisationen, Zusammenschlüsse, Initiativen und soziale sowie
stadtteilbezogene Einrichtungen den Aufruf, täglich kommen weitere hinzu.
Auch das Interesse an den Materialien ist gestiegen. So wurden bisher
insgesamt 30.000 Flugblätter, 6.000 Plakate und 50.000 Blockadeflyer
gedruckt.

Auf die Frage, ob die Nazis überhaupt marschieren dürfen und wenn ja wo,
konnte in der Vollversammlung keine Antwort gegeben werden, da die
zuständige Versammlungsbehörde sich noch nicht geäußert hat. In diesen
Zusammenhang wurde erneut bekräftigt, dass es unabhängig vom Ort das
gemeinsame Ziel ist, den Naziaufmarsch zu verhindern. „Ob Innenstadt, ob
Altona oder Wandsbek, in ganz Hamburg werden wir uns den Nazis mit unseren
verschiedenen Aktionen entgegenstellen“ konkretisierte Olaf Harms vom
HBgR.
Auf der Versammlung wurde eindrucksvolle Beispiele der Mobilisierung gegen
den Naziaufmarsch am 2.Juni dargestellt: So fand am 5.Mai ein
Antifaschistisches Festival mit Deichkind als Headliner und rund 8.000
TeilnehmerInnen vor der Roten Flora statt, die verfassten
Studierendenschaften diskutieren in ihren Fachschaftsräten über ein
Eingreifen, in Stadtteilzentren rücken für gemeinsame Aktivitäten
Initiativen zusammen, die bisher neben einander her gearbeitet haben. Von
einem Jugendbündnis wurden u.a. Videos für die Mobilisierung auf Youtube
hochgeladen. Insbesondere begrüßte das HBgR die Aktivitäten der Stadt
Hamburg, die zum 2.Juni zu einer großen Veranstaltung auf dem Rathausmarkt
unter dem Motto „Hamburg bekennt Farbe“ einlädt, um ein deutliche Signal
gegen den Naziaufmarsch zu geben. „Es macht Mut und gibt Kraft, wenn ein
Ziel so viele Akteure trotz unterschiedlicher Sichtweisen teilen: Nämlich
den Naziaufmarsch zu verhindern“ so Olaf Harms vom HBgR.

Auf Hochdruck laufen auch die Vorbereitungen für das Blockieren. Erste
erfolgreiche Blockadetrainings fanden, zum Teil auf öffentlichen Plätzen,
bereits statt. Auch hier gibt es eine bunte Mischung an TeilnehmerInnen.
Und es wurde angekündigt, an jedem Sonnabend bis zum Naziaufmarsch diese
Trainings durchzuführen. In diesen gibt es umfangreiche Informationen zur
Tradition von Blockaden, möglichen Konsequenzen und Hinweise. Außerdem
können verschiedene Blockade-Situationen ausprobiert werden. Dabei gilt
für alle Blockaden des HBgR: Es sind Menschenblockaden und es geht keine
Eskalation von ihnen aus. „Mit diesem Aktionskonsens werden wir erreichen,
dass Menschen gleich welchen Alters an den Blockaden sicher teilnehmen
können“ versichert Olaf Harms vom HBgR.

In den noch verbleibenden 22 Tagen finden, neben dem Alsterrundlauf des FC
St. Paulis am 01.06. um 19.00 Uhr, noch weitere rund 30 Veranstaltungen
seitens der Unterstützerinnen statt, in denen sie nicht nur ihre Gedanken
und Positionen darstellen, sondern auch für die Teilnahme an den
Aktivitäten am 2.Juni werben. „Es ist davon auszugehen, dass am 2.Juni
mehr als 20.000 Menschen gegen den Naziaufmarsch protestieren werden, sei
es bei den Blockaden, auf dem Rathausmarkt oder bei der Demonstration, die
um 09.30 Uhr auf dem Gerhart-Hauptmann-Platz beginnt. Damit zeigen die
Menschen dieser Stadt: Hamburg ist kein Platz für Nazis – und das ist auch
gut so“ äußerte sich Olaf Harms vom HBgR.

Hamburger Bündnis gegen Rechts, Hamburg 11.Mai 2012