Leider ist es nun doch Gewissheit geworden: Am Samstag den 23. März 2013
um 14.00 Uhr wollen Rassisten um den Lübecker Stephan Buschendorff eine
Versammlung vor einer zukünftigen Moschee durchführen. Er erwartet in
Hamburg-Horn ca. 100 Personen. Herr Buschendorff ist Spitzenkandidat der
rechtsextremistischen Kleinpartei „Bürgerbewegung Pro Deutschland“ und
außerdem aktiv für die islamfeindliche „German Defense League“. Seit mehr
als einem Monat mobilisiert er auf Facebook für seine Kundgebung und
möchte an anti-muslimische Vorurteile anknüpfen. Er bedient sich dabei der
geplanten Umwandlung der seit zehn Jahren leer stehenden und entwidmeten,
ehemaligen Kapernaum-Kirche in eine Moschee. Eine der größten islamischen
Gemeinden Hamburgs, die sunnitische „Al-Nour-Gemeinde“, welche seit langer
Zeit über keine geeigneten Gebetsräume verfügt, hatte das Gebäude im
Stadtteil Horn im Herbst 2012 gekauft.

Auf der Mobilisierungsseite von Herrn Buschendorff befinden sich immer
wieder rassistische Kommentare und Beschimpfungen. Dies gipfelte schon in
der nationalsozialistischen Vernichtungsfantasie, „Irgendwie muss da mal
ne Endlösung her.“ Auf Einladung seitens des Facebookseiten-Betreibers
haben nun auch Aktivisten der NPD ihr Kommen am Samstag angekündigt. Auch
wenn Herrn Buschendorff dieses inzwischen unangenehm ist – hier kommt
zusammen, was zusammen gehört. Pro Deutschland und ihre Ableger sind in
den letzten Jahren vor allem durch islamfeindliche Wahlkämpfe in
Nordrhein-Westfalen und Berlin aufgefallen. Momentan will sich die Partei
bundesweit aufstellen. Der Bundesvorsitzende Manfred Rouhs kommt
ursprünglich aus der NPD und hat eine lange neofaschistische
Vergangenheit.

Das „Hamburger Bündnis gegen Rechts“ hat gegen die zu erwartende
rassistische Hetze in Horn eine Kundgebung für 13.00 Uhr Ecke
Sievekingsallee/Horner Weg organisiert.
Auf unserer Kundgebung werden VertreterInnen der Al-Nour-Gemeinde, des
Rats der islamischen Gemeinschaften (Schura), der evangelischen Kirche,
aus Gewerkschaften, Stadtteil-Initiativen und antifaschistischen
Organisationen sprechen.
Die Religionsfreiheit ist ein Grundrecht aller Menschen in Deutschland und
entsprechende Gotteshäuser gehören dazu. Dieses Grundrecht werden wir
gegen rassistische Angriffe verteidigen, unabhängig davon, ob wir selbst
gläubig sind oder fundierte Kritik an Religionen haben. Wir laden alle
demokratisch gesinnten Menschen - gleich welcher Herkunft, Religion,
Weltanschauung oder Parteizugehörigkeit – ein. Die Bekämpfung von
Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Rechtsextremismus und Rassismus ist
eine zentrale Aufgabe der Gesellschaft.

Hamburger Bündnis gegen Rechts