Für Freitag den 23. Oktober plant die rassistische MV-GIDA-Bewegung im mecklenburgischen Boizenburg erneut einen Aufmarsch. Zwischen den Zeilen wird deutlich, dass man hier den Brandanschlag vom 11. Oktober, dem eine geplante Flüchtlingsunterkunft zum Opfer fiel, als gerechtfertigten Protest angeblich "besorgten Bürger" abfeiern will.
MV-GIDA war, im Gegensatz zu der frühen PEGIDA-Bewegung in Dresden, von Beginn an durch Neonazis aus der NPD und deren Umfeld geprägt. Auch Hamburger Neonazis nahmen immer wieder an rechten Aufmärschen im angrenzenden Bundesland teil. Nun ruft MV-GIDA zu einem Abendspaziergang unter dem Motto "Wir sind das Volk - Die Merkel muss weg! auf."
Erst Ende September waren 160 Rassisten von MV-GIDA in Boizenburg aufmarschiert. Vor dem Fronttransparent liefen der Fraktionsvorsitzende Udo Pastörs und Michael Greve, Organisationsleiter der NPD aus MV. NPD-Kader Andreas Theissen gab am Mikrofon die Parolen vor, u.a. "Wir wollen keine Asylantenheime!" Am 11. Oktober wurden aus den Hetzparolen Brandsätze: Ein altes Fachwerkhaus, in welches demnächst Flüchtlinge einziehen sollten, wurde angezündet und brannte komplett ab. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.
Der Hamburger NPD-Vorsitzende Thomas Wulff, welcher in der Nähe von Boizenburg wohnt und regelmäßig an MV-GIDA und anderen Aufmärschen in dem östlichen Bundesland teilnimmt, schrieb über den Brandanschlag nur einen Tag später auf seiner Facebookseite unter der perversen Überschrift: "Noch kein Advent … Aber die Hütte brennt". Die angeblich verfehlte Flüchtlingspolitik lasse "unbescholtene Bürger zu Brandstiftern" werden. "Das Problem ist die Fremdeninvasion - nicht der entstehende Widerstand der Deutschen darauf", und rechtfertigte damit einen feigen Anschlag als politisch legitimen Widerstand.
Vor diesem Hintergrund verstehen wir den geplanten Aufmarsch von MV-GIDA und der dahinter stehenden NPD als Unterstützung für die mörderische und brandstiftende Praxis der Neonazis. In Zeiten von täglichen Anschlägen auf Geflüchtete und ihre Unterkünfte, massiver Hetze gegen Medien und Übergriffen auf JournalistInnen sowie unverhohlenen Mordaufrufen gegen PolitikerInnen, welche in dem Attentat von Köln gipfelten, sind alle Menschen aufgerufen sich den Nazis und Rassisten entgegen zu stellen. Es wird eine antifaschistische Demonstration in Boizenburg geben.

Hamburger Bündnis gegen Rechts