Wie die Mitteldeutsche Zeitung berichtet, soll das ursprünglich als Nazi-Schulungszentrum geplante Schloss Trebnitz in Sachsen-Anhalt zum Verkauf stehen. 2010 hatten es der jetzige Landesvorsitzende der Hamburger NPD Thomas Wulff und der Vorsitzende der "Artgemeinschaft - Germanische Glaubensgemeinschaft wesensgemäßer Lebensgestaltung e.V." Axel Schunk aus Bayern gekauft. Die Artgemeinschaft wurde bis zu seinem plötzlichem Tod 2009 von dem Hamburger Nazi-Anwalt Jürgen Riecher geführt. Bereits 2001 sollte aus dem alten Schloss Trebnitz bei Könnern in Sachsen-Anhalt ein „nationales Schulungszentrum“ werden.

Für nur 100 000 DM (rund 50 000 Euro) hatte der  Berliner NPD-Funktionär Uwe Meenen es damals im Auftrag des vermögenden Altnazis Rolf Hanno aus Marbella ersteigert. Hanno stammt ursprünglich ebenfalls aus Hamburg und ihm wurde im Februar dieses Jahres von der Hamburger NPD zum 96. Geburtstag gratuliert. Er gehört seit 50 Jahren dem Landesverband Hamburg der NPD an und ist wichtiger Finanzier der Nazipartei.

Als Betreiber des Zentrums wurde vor über 10 Jahren der Harzer Neonazi Steffen Hupka eingesetzt. Doch die Pläne wurden schnell bekannt. Es fanden zwar erste Treffen und Arbeitseinsätze statt, doch Investor und Betreiber zerstritten sich, es gab finanzielle Querelen, das Schloss verfiel zusehends. Auch mit Schunk und Wulff als Schlossherren, wurde wohl wenig renoviert. Im Expose der Immobilienfirma Kienzle heisst es: „Eine durchgreifende Sanierung ist erforderlich“. Als das baufällige Anwesen vor fünf Jahren zwangsversteigert wurde, war im Gutachten von einem Sanierungsbedarf von zwei Millionen Euro die Rede. Sowohl Wulff persönlich, als auch der Hamburger Landesverband der NPD sind äußerst klamm und mit solchen Summen überfordert. Mit dem geplanten Verkauf ist eine weitere Immobilienblase der Nazis geplatzt.