taz-nord, Andreas Speit

Der rechtsextremen Burschenschaft Germania fehlt nun ein „Alter Herr“. Ramon-Stefan Schmidt, Ehrenvorsitzender des Reservistenverbandes der Bundeswehr in Hamburg, ist aus dem Bund ausgetreten. In der vergangenen Woche hatte die taz bei der Landesgeschäftsstelle des Verbandes nachgefragt. Die „Germanen“ bewegen sich seit Jahren im weit rechten Milieu, hatten Beziehungen zur NPD und haben Verbindungen zur „Identitären Bewegung“.
„Dass Herr Schmidt einen verbindungsstudentischen Hintergrund hat, ist mir bekannt“, sagte Geschäftsführer Harald Zeng der taz. Er hätte aber den Oberstleutnant der Reserve, der auch den Landesreservistenverband mit rund 2.200 Mitgliedern acht Jahre lang führte, nie gefragt, in welcher Burschenschaft er wäre. Dann ging es ganz schnell. Zeng erklärte am Freitag die Sache sei erledigt, Schmidt hätte sich von der Burschenschaft getrennt. Ein Glück für den Reservistenverband, denn nicht immer ziehen Reservisten mit rechten Verbindungen Konsequenzen.

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Am vergangenen Samstag, den 13.05.2017, fand im Clubheim des „Bandido MC Northgate", dem sogenannten „Kuddel's Inn“ im schleswig-holsteinischen Wahlstedt ein Neonazi-Konzert mit den Bands „Kategorie C“ und „Hausverbot“ statt [1]. Die zuvor im Internet beworbene Veranstaltung entwickelte sich zum Stell-Dich-ein der organisierten Neonaziszene im Norden und offenbarte abermals die Verbindungen in die organisierte Kriminalität, insbesondere ins Rocker-Milieu. So schienen die Räumlichkeiten des „Bandido MCs“ nicht zufällig gewählt. Deren Mitglieder beteiligten sich aktiv an der Ausrichtung des Events, so übernahmen sie die Schleusung anreisender Neonazis und versuchten anwesende Journalist_innen bei der Dokumentation zu behindern.

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taz-hamburg, Andreas Speit

Der Ehrenvorsitzende des Hamburger Reservistenverbands der Bundeswehr ist Alter Herr der rechtsextremen Burschenschaft Germania.
HAMBURG taz | Der Ehrenvorsitzende des Reservistenverbandes der Bundeswehr in Hamburg, Ramon-Stefan Schmidt, ist Alter Herr der rechtsextremen Burschenschaft Germania. Ein Eintrag im Vereinsregister belegt, dass der Oberstleutnant der Reserve bis 2009 stellvertretender Vorsitzender der Burschenschaft war. Seit Jahren bewegen sich die „Germanen“ im weit rechten Spektrum. Sie hatten Beziehungen zur NPD und haben Verbindungen zur Identitären Bewegung.
In der Geschäftsstelle des Reservistenbandes mit Sitz in der Reichspräsident-Ebert-Kaserne ist die Reaktion verhalten. „Dass Herr Schmidt einen verbindungsstudentischen Hintergrund hat, ist mir bekannt“, sagt Geschäftsführer Harald Zeng. Um welche Burschenschaft es sich handle, habe er aber nie gefragt. Wer in seiner Jugend mal bei so einer Verbindung gewesen sei, sollte nicht pauschal verurteilt werden, findet Zeng, der seine militärische Karriere bei der Nationalen Volksarmee der ehemaligen DDR begonnen hat. Er wolle erst einmal von Schmidt wissen, wie aktiv er als Alter Herr denn noch sei.

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Oliver Cruzcampo

Der AfD-Landtagsabgeordnete Ralph Weber sieht offenbar keinen Grund mehr für eine Zurückhaltung mit problematischen Äußerungen. Im Nachgang des Bundesparteitages veröffentlichte er eine Mitteilung, die vor stramm rechten Äußerungen nur so strotzt.

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taz-nord, Jan-Philipp Baeck

In Hamburg wird der Gedenkort „Hannoverscher Bahnhof“ eingeweiht, von hier wurden Sinti und Roma deportiert und vernichtet. Politische Folgen hat das heute nicht mehr.
8.071 Juden und Sinti und Roma wurden zwischen 1940 und 1945 vom Hannoverschen Bahnhof in Hamburg in Gettos und Vernichtungslager deportiert. Über 70 Jahre später wird hier nun in der Hamburger Hafencity am 10. Mai ein „Gedenkort“ eingeweiht. Es ist wichtig, die Erinnerung an die Verbrechen wachzuhalten, damit sie sich nie wiederholen. Am Gedenkort am Hannoverschen Bahnhof sind VertreterInnen der Sinti und Roma frühzeitig in die Planungen einbezogen worden. Das ist fortschrittlich und nicht selbstverständlich. Wann und wie ein Mahnmal entsteht, ist indes immer auch Ausdruck des Standes gesellschaftlicher Diskussion. Im Fall der Roma muss man feststellen: Die Diskussion in Deutschland ist weiter von Ressentiments geleitet.

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