Alexander Josefowicz

Knapp drei Wochen ist das neue Geschäft in der Fuhlsbüttler Straße 257 geöffnet. Drei Wochen, in denen es bereits eine Anzeige von Seiten des Bezirks Hamburg-Nord und zwei Demonstrationen gegen die "Nordic Company" gab. Denn es ist kein Kleidungsgeschäft wie jedes andere.

Die "Nordic Company" gehört zur Marke Thor Steinar, die unter anderem vom Verfassungsschutz des Landes Brandenburg als Erkennungszeichen der rechtsextremen Szene bewertet wird. Kleidung dieser Marke darf in mehreren Landtagen und vielen Fußballstadien nicht getragen werden, nach der Einschätzung mehrerer Staatsanwaltschaften und Gerichte erfülle das ursprüngliche Logo von Thor Steinar den Straftatbestand des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Auch auf der Webseite des Unternehmens ist bis heute nirgendwo eine Distanzierung von rechtsextremem Gedankengut zu finden.

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Alexander Dinger und Christian Unger

Die "Identitäre Bewegung" hetzt gegen Muslime und kopiert Methoden der Linken. Der Verfassungsschutz beobachtet eine Radikalisierung.
Berlin.  Die jungen Männer klettern auf einer Leiter den hellen Stein des Brandenburger Tors hoch. Oben zünden sie Pyrotechnik, schwenken Fahnen und entrollen ein Banner. "Sichere Grenzen – Sichere Zukunft" steht dort in dicken schwarzen Buchstaben. Die Augustsonne scheint über Berlin, Passanten bleiben stehen, machen Fotos mit ihren Handys. Ein paar Hundert Meter entfernt feiert das Kanzleramt den "Tag der offenen Tür 2016". Schwerpunkt: Migration und Integration.
Martin Sellner ist stolz. Er sei begeistert von der "patriotischen Aktion" seiner Leute. In dem Video, das Sellner von sich ins Internet gestellt hat, sieht er eine "Islamisierung" in Europa aufziehen, schimpft auf "linke kulturelle Hegemonie" und schwärmt vom "Widerstandspotenzial der Bewegung".
Kampf für "herrschende Ideologie"
Der Österreicher Sellner, 27 Jahre alt und Trump-Fan, trägt eine Brille mit dickem Rand und einen hippen Kurzhaarschnitt. Er ist einer der Lenker der "Identitären Bewegung", kurz IB . Auch für die deutsche Szene spielt er eine wichtige Rolle. Sellner studiert Philosophie an der Uni in Wien. Doch viel Zeit verbringt er für seinen Kampf gegen die "herrschende Ideologie", wie er sagt. Sellner nennt sich Patriot.

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Antifa 309

Heute haben 600-700 Antifaschist_innen aus Barmbek und anderen Stadtteilen auf der Fuhlsbüttler Straße gegen den neuen Thor Steinar-Laden demonstriert. Mit ca. 500 Leuten und Parolen wie „Naziladen raus aus dem Viertel!“ und „Barmbek Nazifrei“ sind wir um 12.30 Uhr am Barmbeker Bahnhof losgelaufen. Im Verlauf schlossen sich noch viele Nachbar_innen an, das hat uns besonders gefreut!

Dank der Demonstration blieb der Nazi-Laden heute den ganzen Tag geschlossen. Das ist für uns schon mal ein kleiner Erfolg und zeigt, dass Protest direkt vor der Tür sinnvoll ist.

Wir bedanken uns bei:
• allen, die sich heute Zeit genommen haben, um mit uns zu demonstrieren
• allen, die uns bei der Organisation und Umsetzung unterstützt haben
• Anwohner_innen, Ladenbesitzer_innen und alle anderen, die schon im Vorfeld Plakate gegen den Nazi-Laden aufgehängt haben
• denjenigen, die sich spontan Flyer geschnappt haben und auf eigene Faust verteilen gegangen sind
• Barmbek, dem Viertel aus dem wir so viel Unterstützung erfahren
Während der Demo wurden am Rande viele Flyer verteilt, dank der schnellen Arbeit einiger fleißiger Freund_innen auch auf türkisch. Viele Barmbeker_innen zeigten sich erfreut über den Protest und klatschten, als die Demo vorbei lief. Wir sind begeistert von dieser Stimmung im Stadtteil!

Natürlich wird der Kampf gegen Nazis und für einen solidarischen Stadtteil weitergehen.
Wir freuen uns schon auf weitere Aktionen mit Euch!

Quelle

 

https://linksunten.indymedia.org/de/node/207056

Mehrere hundert Menschen haben am Freitag im Hamburger Stadtteil Barmbek-Nord gegen die Eröffnung eines Ladens der bei Neonazis beliebten Modemarke Thor Steinar demonstriert. Auf Transparenten hieß es: „Barmbek ist bunt“.

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Hamburger Abendblatt, Jens Meyer-Wellmann

Hamburg. Der Auftritt des türkischen Außenministers Mevlüt Cavusoglu im türkischen Konsulat am Dienstagabend sorgt weiter für Debatten – dabei geht es auch um das Netzwerk eines Mit-Organisators. Am Dienstag waren auf der Uhlenhorst vom Balkon des Konsulats der von den extremistischen "Grauen Wölfen" verwendete nationalistische Wolfsgruß und eine Geste gezeigt worden, die der islamistischen Muslimbruderschaft zugerechnet wird.
Einer der Mit-Organisatoren der Veranstaltung war der 45 Jahre alte Bülent Güven, ein in der Hamburger Politik gut vernetzter Deutsch-Türke. Güven ist Vorstandsmitglied der Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD), die auch für Politiker der Erdogan-Partei AKP Wahlkampfauftritte in Deutschland organisiert. Gleichzeitig ist er seit vielen Jahren SPD-Mitglied und Bekannter des Hamburg-Mitte Kreisvorsitzenden Johannes Kahrs.
SPD-Mitglied Güven ist Geschäftspartner von CDU-Chef Heintze
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