scharf-links, Frank Behrmann

Am 3. und 4. Oktober hielt die sog. Alternative für Deutschland (AfD) ihren Hamburger Landesparteitag ab. Die KandidatInnen zur Bürgerschaftswahl im Februar nächsten Jahres wurden gewählt. Wegen des großen Einflusses ehema- liger Aktiver der Schill-Partei nahmen daraufhin vier Vorstandsmitglieder ihren Hut. 

Am 8. und 9. November soll es erneut einen Parteitag geben. Neben der Nachwahl der frei gewordenen Vorstandsposten soll das Wahlprogramm verabschiedet werden – das liegt in einem Entwurf vor.
Auf Platz eins der Landesliste wählten die knapp 130 Anwesenden (von etwa 500 Mit- gliedern) ihren Vorsitzenden Jörn Kruse. Auch die weiteren Plätze wurden mit Personen aus dem Landesvorstand besetzt. Platz zwei belegt mit Bernd Baumann ein Scharfmacher in Sachen law and order. Auf Platz drei folgt der ehemalige Schillianer Dirk Nocke- mann, der ebenfalls für Kriminalitätsbekämpfung mit brachialen Methoden und die Auf- wiegelung der Bevölkerung gegen MigrantInnen steht.

taz, von Andreas Speit (27.08.12)

Die Tafel ist schlicht gehalten. Schwarzer Grund mit weißer Schrift. Um 11.30 Uhr am Samstag bringt das Bündnis "20 Jahre nach dem Pogrom - Das Problem heißt Rassismus" sie am Rathaus von Rostock an. Applaus brandet auf, als die Tafel mit einem Akkuschrauber festgemacht ist. Über 1.500 Demonstranten haben sich zuvor auf dem Platz direkt vor dem Rathaus versammelt. Ein breites Bündnis hatte zu der Kundgebung mit späterer Demonstration aufgerufen.

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Hamburger Abendblatt, Andreas Schmidt (02.08.12)

Historiker haben ein eindrucksvolles Buch über die Stolpersteine in Harburg und Wilhelmsburg geschrieben. Sie zeigen Schicksale hinter Namen.
"Hier wohnte Ursula Bohmann, geb. 1935, Heilanstalt Eichberg, ermordet 1943". Diese Inschrift auf einem Harburger Stolperstein wirft mehr Fragen auf, als sie Antworten gibt. Wer war Ursula Bohmann? Warum wurde sie nur acht Jahre alt? Wie starb sie? Wer tötete das Mädchen? Warum? Was verbirgt sich hinter der Bezeichnung "Heilanstalt"? Welche Rolle spielten ihre Eltern? Wie reagierten Freunde und Nachbarn? 178 Stolpersteine des Kölner Künstlers Gunter Demnig liegen im Bezirk Harburg sowie auf den Elbinseln Wilhelmsburg und Veddel. Sie zeigen: Hier lebte in der Zeit des Nationalsozialismus ein Mensch, der von Nazi-Schergen ermordet wurde. Hier wurde ein Leben ausgelöscht.
In Harburg und seinen Ortsteilen liegen insgesamt 150 Stolpersteine. Im Raum Süderelbe acht, in Wilhelmsburg 17 und auf der Veddel drei Gedenksteine. Sie erinnern an Menschen, die von Nazis aus der "Volksgemeinschaft" ausgeschlossen wurden. 97 waren Juden, 42 politische Gegner des Regimes, 21 lebten mit einer geistigen oder psychischen Behinderung, acht waren homosexuell veranlagt, vier galten als "artfremd", gemeinschaftsfremd", einige waren Roma und Sinti.
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