hamburg.de

Unter "www.hamburg.de/ns-dabeigewesene" wird ab dem 18. Februar 2016 ein Datenbank-Projekt der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg aufrufbar sein.

Die Datenbank "www.hamburg.de/ns-dabeigewesene" bietet eine Hamburg Topographie der NS-Täter/innen, Mitläufer/innen, Denunziant/innen, Profiteur/innen, Karrierist/innen.
Sie ist ein Projekt mit kontinuierlicher Weiterentwicklung, das zunächst mit rund 350 Biographien startet.

weiterlesen

 

von Sebastian Hennenberger, zu finden auf: der Freitag

Essay: Wie ein destruktiver Konservatismus als Gewalttäter vor Gewalt warnt und einen Kampf der Kulturen beschwört, um seinen Kampf gegen die Schwachen zu verdecken. 

Nun zerfällt Pegida wieder und so schnell wie die Bilder aus Dresden die mediale Öffentlichkeit eroberten, sind sie auch schon wieder verschwunden. Das wird viele Menschen in diesem Land freuen. Überall haben Politiker und Bürger „für ein buntes Deutschland“ demonstriert. Die AfD hingegen hat gemahnt, man müsse die berechtigten Sorgen der normalen Menschen ernst nehmen. Mit ihnen haben sie vor der Gewalt und Andersartigkeit der Muslime gewarnt und den vermeintlich unvermeidbaren Kampf der Kulturen beschworen. Pegida verdanken wir jedoch die Offenlegung einer ganz anderen Wahrheit. Und vor der Notwendigkeit uns mit dieser auseinanderzusetzen, befreit uns auch nicht das erneute mediale Desinteresse an den wirren Parolen.

weiter

 

 

scharf-links, Frank Behrmann

Am 3. und 4. Oktober hielt die sog. Alternative für Deutschland (AfD) ihren Hamburger Landesparteitag ab. Die KandidatInnen zur Bürgerschaftswahl im Februar nächsten Jahres wurden gewählt. Wegen des großen Einflusses ehema- liger Aktiver der Schill-Partei nahmen daraufhin vier Vorstandsmitglieder ihren Hut. 

Am 8. und 9. November soll es erneut einen Parteitag geben. Neben der Nachwahl der frei gewordenen Vorstandsposten soll das Wahlprogramm verabschiedet werden – das liegt in einem Entwurf vor.
Auf Platz eins der Landesliste wählten die knapp 130 Anwesenden (von etwa 500 Mit- gliedern) ihren Vorsitzenden Jörn Kruse. Auch die weiteren Plätze wurden mit Personen aus dem Landesvorstand besetzt. Platz zwei belegt mit Bernd Baumann ein Scharfmacher in Sachen law and order. Auf Platz drei folgt der ehemalige Schillianer Dirk Nocke- mann, der ebenfalls für Kriminalitätsbekämpfung mit brachialen Methoden und die Auf- wiegelung der Bevölkerung gegen MigrantInnen steht.

taz, von Andreas Speit (27.08.12)

Die Tafel ist schlicht gehalten. Schwarzer Grund mit weißer Schrift. Um 11.30 Uhr am Samstag bringt das Bündnis "20 Jahre nach dem Pogrom - Das Problem heißt Rassismus" sie am Rathaus von Rostock an. Applaus brandet auf, als die Tafel mit einem Akkuschrauber festgemacht ist. Über 1.500 Demonstranten haben sich zuvor auf dem Platz direkt vor dem Rathaus versammelt. Ein breites Bündnis hatte zu der Kundgebung mit späterer Demonstration aufgerufen.

weiterlesen

 

Hamburger Abendblatt, Andreas Schmidt (02.08.12)

Historiker haben ein eindrucksvolles Buch über die Stolpersteine in Harburg und Wilhelmsburg geschrieben. Sie zeigen Schicksale hinter Namen.
"Hier wohnte Ursula Bohmann, geb. 1935, Heilanstalt Eichberg, ermordet 1943". Diese Inschrift auf einem Harburger Stolperstein wirft mehr Fragen auf, als sie Antworten gibt. Wer war Ursula Bohmann? Warum wurde sie nur acht Jahre alt? Wie starb sie? Wer tötete das Mädchen? Warum? Was verbirgt sich hinter der Bezeichnung "Heilanstalt"? Welche Rolle spielten ihre Eltern? Wie reagierten Freunde und Nachbarn? 178 Stolpersteine des Kölner Künstlers Gunter Demnig liegen im Bezirk Harburg sowie auf den Elbinseln Wilhelmsburg und Veddel. Sie zeigen: Hier lebte in der Zeit des Nationalsozialismus ein Mensch, der von Nazi-Schergen ermordet wurde. Hier wurde ein Leben ausgelöscht.
In Harburg und seinen Ortsteilen liegen insgesamt 150 Stolpersteine. Im Raum Süderelbe acht, in Wilhelmsburg 17 und auf der Veddel drei Gedenksteine. Sie erinnern an Menschen, die von Nazis aus der "Volksgemeinschaft" ausgeschlossen wurden. 97 waren Juden, 42 politische Gegner des Regimes, 21 lebten mit einer geistigen oder psychischen Behinderung, acht waren homosexuell veranlagt, vier galten als "artfremd", gemeinschaftsfremd", einige waren Roma und Sinti.
weiterlesen