Im Streit um die Formulierung „Nazi-Schlampe“ in der NDR-Satiresendung „extra 3“ hat die AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel ihre Beschwerde gegen eine Entscheidung des Hamburger Landgerichts zurückgenommen.

Eine entsprechende Mitteilung des NDR bestätigte am Donnerstag ein Gerichtssprecher. Die Medienkammer hatte am 17. Mai einen Unterlassungsantrag von Weidel gegen den Sender zurückgewiesen. „Die Entscheidung der Kammer im einstweiligen Verfügungverfahren ist damit rechtskräftig“, sagte der Sprecher.

Das Gericht hatte in seinem Beschluss erklärt, dass es bei der Äußerung in klar erkennbarer Weise um Satire gehe, die von der Meinungsfreiheit gedeckt sei. Weidel stehe als AfD-Spitzenkandidatin im Blickpunkt der Öffentlichkeit und müsse überspitzte Kritik hinnehmen.

Moderator Christian Ehring hatte in der Sendung am 27. April auf Weidels Rede beim AfD-Parteitag in Köln reagiert: „Jawohl. Schluss mit der politischen Korrektheit, lasst uns alle unkorrekt sein. Da hat die Nazi-Schlampe doch recht.“

Hamburg. Der Fußball rollt nicht mehr – vorerst. Mit dem Finale der Champions League zwischen Juventus Turin und Real Madrid am Sonnabend ist die letzte Entscheidung dieser Saison im milliardenschweren europäischen Ball-Business gefallen. Zeit auch für hanseatische Fußballfans, innezuhalten oder zurückzublicken – etwa auf ein hiesiges dunkles Kapitel und den Umgang damit. In der Zentralbibliothek ist das beim "Hamburger Fußball im Nationalsozialismus" (Untertitel: "Eine jahrzehntelang verklärte Geschichte") möglich.

In der gleichnamigen Ausstellung, die von der KZ-Gedenkstätte Neuengamme erarbeitet wurde, zeigt sich auf anschauliche und umfangreiche Weise, welche Folgen die NSDAP-Sportpolitik auf den Fußball hatte. Mit Maßregelungen, Verboten, Verfolgungen.

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Christian Hanke
In keinem Stadtteil finden sich so viele Stolpersteine, die kleinen quadratischen Steine vor den Häusern, in denen Nazi-Opfer wohnten, wie in Rotherbaum. Fast 1.000 Stolpersteine hat Künstler Gunter Demnig hier schon verlegt, vor allem im Grindelviertel, in dem bis zum Beginn der Deportationen in die NS-Vernichtungslager die meisten Hamburgerinnen und Hamburger jüdischer Herkunft lebten. Daher ist es schon eine Herkulesaufgabe, die Biografien der Menschen zu recherchieren, für die am Grindel Stolpersteine verlegt wurden. Für nahezu alle anderen Hamburger Stadtteile liegen mittlerweile Bücher vor, in denen über die ermordeten Naziopfer, deren Namen und Lebensdaten auf den Stolpersteinen festgehalten sind, informiert wird. Im vergangenen Jahr erschien der fast 500 Seiten starke Band „Grindel I“, der aber nur über die Menschen hinter den Stolpersteinen aus zwei Straßen informierte: aus der Brahmsallee und der Hallerstraße.
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Peter Ulrich Meyer
Die kleine Stichstraße zwischen Alsterkrugchaussee und Obenhauptstraße in Groß Borstel trägt seinen Namen: Walter-Bärsch-Weg. Der angesehene Lehrer, Schulleiter, Oberschulrat und Professor für Sonderpädagogik an der Uni Hamburg war viele Jahre lang Mitglied im Hauptvorstand der traditionell linken Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Bärsch, Jahrgang 1914, eine bundesweit wahrnehmbare Stimme für die Rechte besonders der benachteiligten Kinder, war zunächst Präsident und zuletzt Ehrenpräsident des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB).
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Die "Identitären" sind die Speerspitze einer neuen rechten Bewegung in Europa. Sie sind smart, internetaffin und fremdenfeindlich. Der Journalist Manuel Gogos – selbst Kind griechischer Einwanderer – bricht zu einer Forschungsreise durch Europa auf, um diese "Fremden im eigenen Land" kennenzulernen.
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