Claus Günther (86) ist einer der letzten Zeitzeugen, die noch über die Nazizeit erzählen können. Er hat gesehen, wie am Abend des 10. November 1938 die Synagoge in Harburg brannte. Nicht einmal acht Jahre alt war er damals. „Mein Vater war bei der SA und hat bei der Absperrung der brennenden Synagoge geholfen.“
Heute berichtet Günther, der seit vielen Jahren in Stellingen wohnt, als Zeitzeuge in Schulen über die Schrecken der Nazi-Zeit. Er kann erzählen, wie es war, als Bomben auf Hamburg fielen. Und er kann erzählen, wie leicht junge Menschen Hetze übernehmen, weil es fast alle um sie herum auch tun.
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Die Akzeptanz rechtsextremer Einstellungen in Teilen der Bevölkerung macht deutlich, dass Facetten von Rechtsextremismus nicht nur "rechtsaußen", sondern "mittendrin" in unserer Gesellschaft sind. Doch was ist eigentlich "Rechtsextremismus"? Welche unterschiedlichen Ausprägungsformen gibt es? Wie verbreitet sind rechtsextreme Einstellungen, wie entstehen sie und warum ist eine rechtsextreme Erlebniswelt besonders für viele Jugendliche so attraktiv? Und vor allem: Was kann man gegen Rechtsextremismus tun?
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taz-nord, Andreas Speit

Der rechtsextremen Burschenschaft Germania fehlt nun ein „Alter Herr“. Ramon-Stefan Schmidt, Ehrenvorsitzender des Reservistenverbandes der Bundeswehr in Hamburg, ist aus dem Bund ausgetreten. In der vergangenen Woche hatte die taz bei der Landesgeschäftsstelle des Verbandes nachgefragt. Die „Germanen“ bewegen sich seit Jahren im weit rechten Milieu, hatten Beziehungen zur NPD und haben Verbindungen zur „Identitären Bewegung“.
„Dass Herr Schmidt einen verbindungsstudentischen Hintergrund hat, ist mir bekannt“, sagte Geschäftsführer Harald Zeng der taz. Er hätte aber den Oberstleutnant der Reserve, der auch den Landesreservistenverband mit rund 2.200 Mitgliedern acht Jahre lang führte, nie gefragt, in welcher Burschenschaft er wäre. Dann ging es ganz schnell. Zeng erklärte am Freitag die Sache sei erledigt, Schmidt hätte sich von der Burschenschaft getrennt. Ein Glück für den Reservistenverband, denn nicht immer ziehen Reservisten mit rechten Verbindungen Konsequenzen.

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Am vergangenen Samstag, den 13.05.2017, fand im Clubheim des „Bandido MC Northgate", dem sogenannten „Kuddel's Inn“ im schleswig-holsteinischen Wahlstedt ein Neonazi-Konzert mit den Bands „Kategorie C“ und „Hausverbot“ statt [1]. Die zuvor im Internet beworbene Veranstaltung entwickelte sich zum Stell-Dich-ein der organisierten Neonaziszene im Norden und offenbarte abermals die Verbindungen in die organisierte Kriminalität, insbesondere ins Rocker-Milieu. So schienen die Räumlichkeiten des „Bandido MCs“ nicht zufällig gewählt. Deren Mitglieder beteiligten sich aktiv an der Ausrichtung des Events, so übernahmen sie die Schleusung anreisender Neonazis und versuchten anwesende Journalist_innen bei der Dokumentation zu behindern.

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taz-hamburg, Andreas Speit

Der Ehrenvorsitzende des Hamburger Reservistenverbands der Bundeswehr ist Alter Herr der rechtsextremen Burschenschaft Germania.
HAMBURG taz | Der Ehrenvorsitzende des Reservistenverbandes der Bundeswehr in Hamburg, Ramon-Stefan Schmidt, ist Alter Herr der rechtsextremen Burschenschaft Germania. Ein Eintrag im Vereinsregister belegt, dass der Oberstleutnant der Reserve bis 2009 stellvertretender Vorsitzender der Burschenschaft war. Seit Jahren bewegen sich die „Germanen“ im weit rechten Spektrum. Sie hatten Beziehungen zur NPD und haben Verbindungen zur Identitären Bewegung.
In der Geschäftsstelle des Reservistenbandes mit Sitz in der Reichspräsident-Ebert-Kaserne ist die Reaktion verhalten. „Dass Herr Schmidt einen verbindungsstudentischen Hintergrund hat, ist mir bekannt“, sagt Geschäftsführer Harald Zeng. Um welche Burschenschaft es sich handle, habe er aber nie gefragt. Wer in seiner Jugend mal bei so einer Verbindung gewesen sei, sollte nicht pauschal verurteilt werden, findet Zeng, der seine militärische Karriere bei der Nationalen Volksarmee der ehemaligen DDR begonnen hat. Er wolle erst einmal von Schmidt wissen, wie aktiv er als Alter Herr denn noch sei.

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