taz-hamburg, Marco Carini

In seiner Hamburger Wohnung hortete der verstorbene Lutz H. scharfe Waffen, Munition und Nazi-Propaganda. Die Polizei zeigte kein Interesse an dem Material.
Die Wohnung des verstorbenen Lutz H. glich einem Gruselkabinett. An den Wänden prangten ein Dutzend Sturmgewehre und Schnellfeuerwaffen, Regalmeter waren bis unter die Decke vollgestopft mit legaler, aber auch illegaler Nazipropaganda, wie mehrerer Bände der Originalausgabe von Hitlers „Mein Kampf.“ Publikationen, die den Tatbestand der Volksverhetzung erfüllen oder über die Auschwitzlüge schwadronieren, stapeln sich neben Hakenkreuz-Orden und SS-Abzeichen.
An den Wänden hingen Ölbilder von Nazigrößen wie Joseph Goebels und Ernst-Otto Remer, der nach dem Hitler-Attentat vom 20. Juli den Umsturz verhinderte. Daneben prangte ein Gemälde eines mit Orden hoch dekorierten Anders Behring Breivik, des norwegischen Rechtsterroristen, der im Juli 2011 in Oslo und auf der Insel Utøya 77 Menschen erschoss.

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