taz-nord, Jan-Philipp Baeck

In Hamburg wird der Gedenkort „Hannoverscher Bahnhof“ eingeweiht, von hier wurden Sinti und Roma deportiert und vernichtet. Politische Folgen hat das heute nicht mehr.
8.071 Juden und Sinti und Roma wurden zwischen 1940 und 1945 vom Hannoverschen Bahnhof in Hamburg in Gettos und Vernichtungslager deportiert. Über 70 Jahre später wird hier nun in der Hamburger Hafencity am 10. Mai ein „Gedenkort“ eingeweiht. Es ist wichtig, die Erinnerung an die Verbrechen wachzuhalten, damit sie sich nie wiederholen. Am Gedenkort am Hannoverschen Bahnhof sind VertreterInnen der Sinti und Roma frühzeitig in die Planungen einbezogen worden. Das ist fortschrittlich und nicht selbstverständlich. Wann und wie ein Mahnmal entsteht, ist indes immer auch Ausdruck des Standes gesellschaftlicher Diskussion. Im Fall der Roma muss man feststellen: Die Diskussion in Deutschland ist weiter von Ressentiments geleitet.

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