Thomas Schmoll

Der Beginn der Reportage geht an die Nieren: Ein Bauunternehmer präsentiert einen Aktenordner voller Hassmails. Sie zeigen das Ausmaß psychischer Gewalt gegen Menschen wie ihn, die sich freiwillig oder beruflich für Flüchtlinge engagieren. Der Firmeninhaber hatte einen Altbau im sächsischen Meißen saniert, damit dort Flüchtlinge wohnen können. Unmittelbar nach der Renovierung wurde das Haus in Brand gesteckt. Der Sachschaden: 220.000 Euro. Die verurteilten Täter wohnten wenige Meter von dem Haus entfernt, hatten Kinder und Jobs.

Das passt zu Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden nicht nur in Sachsen: Deutsche Staatsbürger, die Asylbewerberheime angreifen, kommen nicht immer aus der Neonazi-Szene, sondern inzwischen auch aus der Mitte der Gesellschaft. Der für ZDFinfo gedrehte Dokumentarfilm „Gun Germany – Die neue Gewalt von rechts“ versucht, Motive und Hintergründe der gefährlichen Entwicklung zu beleuchten. Autor Johan von Mirbach fragt: „Wie können wir verhindern, dass sich rechtsextreme Bewegungen weiter ausbreiten? Was ist los in Deutschland?“

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