ZEIT-online, Richard Erche und Tilman Steffen

Viele AfD-Abgeordnete sind Teil rechter Burschenschaften. Auch als Arbeitgeber zieht die Partei inzwischen Burschenschafter an – und schadet sich damit letztlich selbst.
Es dämmert schon, als eine Gruppe junger Männer dem Ratskeller in Magdeburg zustrebt. Die schwarz gekleideten Mittzwanziger begrüßen sich, small-talken, scherzen, rauchen. Im Restaurant ist ein Raum mit 40 Plätzen für sie reserviert. Sie wollen an diesem Märzabend die Burschenschaft Germania Magdeburg gründen. Auch an der Universität der sachsen-anhaltinischen Landeshauptstadt soll ein solches studentisches Netzwerk entstehen, das über Geschichte und Gesellschaft diskutiert, das rustikales Brauchtum pflegt. Und das seine Mitglieder auf Lebenszeit zu gegenseitiger Loyalität verpflichtet.
Gekommen sind dazu auch Abgeordnete und Angestellte der AfD im Landtag Sachsen-Anhalt, unter ihnen der bundesweit bekannte Abgeordnete Hans Thomas Tillschneider. Er hat die Patriotische Plattform in der AfD gegründet und wird im Ratskeller die Festrede halten. Mit am Tisch sitzen sein Fraktionskollege Jan Wenzel Schmidt, dessen Mitarbeiter Stefan Träger – der zur Bundestagswahl 2009 für die NPD kandidiert hatte –, weitere Abgeordnete und mindestens sieben Mitarbeiter der AfD.
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