n-tv, Kommentar von Judith Görs

Mit dem Wort "Volksverräter" hat sich die Unwort-Jury nach "Gutmensch" (2015) und "Lügenpresse" (2014) auch in diesem Jahr für einen Kampfbegriff neurechter Hetz-Rhetorik entschieden. Gut so. Dass dieses Wort Zuwanderungsgegnern, Populisten und Demagogen ebenso selbstverständlich über die Lippen geht wie "Wir sind das Volk!", darf nicht einfach schulterzuckend hingenommen werden. Denn solche Parolen sind nicht nur Ausdruck des Protests gegen die politische Elite - sie unterstellen auch, dass nur diejenigen, die sie auch aussprechen, Teil des "wahren" Volkes sind. Damit beanspruchen AfD, Pegida und Co. die Deutungshoheit über den Volkswillen für sich. Und das ist in vielerlei Hinsicht gefährlich.

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