Hamburger Bündnis gegen Rechts und Kampagne Aufstehen gegen Rassismus kündigen Protest gegen AfD-Veranstaltung am 19.11.2016 an

Das Hamburger Bündnis gegen Rechts (HBgR) und die Kampagne Aufstehen gegen Rassismus (AgR) rufen für Samstag den 19.11.2016 zum Protest gegen eine angekündigte Demonstration der AfD auf. Die rechtspopulistische Partei will um 14:30 Uhr auf dem Hachmannplatz für ein härteres Durchgreifen der Hamburger Polizei und Justiz demonstrieren. Anlass ist der Tod eines 16-Jährigen am 22.10.2016 an der Kennedybrücke, den die Partei als direkte Folge der Regierungspolitik interpretieren will [1]. Die AfD-Abgeordnete Nicole Jordan hatte den Mordfall bereits für eine Stimmungsmache gegen Weltoffenheit und Presse zu instrumentalisieren versucht [2]. Beim letztjährigen Versuch der AfD, in Hamburg zu demonstrieren, wurde sie von über Tausend Menschen am Marschieren gehindert.

"Wer in Hamburg die Forderung nach einem härteren Durchgreifen der Polizei und Justiz hört, erinnert sich sofort: Tod durch Brechmitteleinsätze, Forderung nach Kastration von Sexualstraftätern und Gefahrengebiete. Der selbsternannten Anti-Establishment-Partei fällt offenbar nichts Neues ein: Angst machen, rassistische Vorurteile bedienen, Verunsichern", so Georg Brandes von der Kampagne Aufstehen gegen Rassismus. „Die AfD will zurück in eine Zeit, in der Frauen wieder am Herd bleiben müssen, in der soziale Errungenschaften abgeschafft sind
und in der jedes Land Europas wieder sein eigenes nationalistisches Süppchen kocht.“ Beim letzten Versuch der AfD, in Hamburg eine Demonstration durchzuführen, waren am 31.10.2015 aus Protest mehr als tausend Menschen gegen die AfD auf die Straße gegangen. Durch ihre Entschlossenheit gelang es damals, der rechten Hetze der AfD Paroli zu bieten und die Partei am Laufen einer Route zu hindern. Und auch am kommenden Samstag werden sich erneut viele Menschen der AfD entgegen stellen.

„In Zeiten der Krise ist Solidarität die einzig wirkliche Alternative“, so Sandra Peters vom Hamburger Bündnis gegen Rechts. „Gerade nach dem Wahlerfolg Donald Trumps fühlen sich viele endlich ermutigt, gegen die falschen Versprechen der Rechtspopulisten aufzustehen. Wir sind die Vielen, die für eine Gesellschaft ohne Konkurrenz und Hass stehen.
Diejenigen, die keine Grenzen kennen und für die Bewegungsfreiheit für alle ein Menschenrecht ist. Uns kann keiner erzählen, dass unsere Freunde plötzlich unsere Feinde sein sollen, weil wir eine unterschiedliche Religion oder Hautfarbe haben. Unsere Solidarität ist grenzenlos und am Samstag, den 19.11. werden wir zusammen für das gute Leben für alle und gegen die AfD auf die Straße gehen.“

Im Rahmen der bundesweiten Kampagne „Aufstehen gegen Rassismus“ (AgR) gründete sich auch in Hamburg eine Regionalgruppe, die die Aktivitäten der Landespartei kritisch beobachten und begleiten will. Die breite zivilgesellschaftliche Kampagne, zu der neben Nichtregierungsorganisationen auch Gewerkschaften und Parteien gehören, will Menschen dazu ermutigen, sich in verschiedenen Kontexten gegen rassistische und reaktionäre Argumente zu wehren, um eine weitere Verschiebung des gesellschaftlichen Klimas nach rechts zu verhindern.
Hierzu werden bundesweit Informationsmaterialien bereitgestellt und Demonstrationen veranstaltet. Zudem werden Ausbildungen von sog. StammtischkämpferInnen durchgeführt, d.h. in antirassistischer Bildungsarbeit Argumente gegen rechte Hetze vermittelt. AgR ruft nun erstmals zusammen mit dem langjährigen und gut etablierten Hamburger Bündnis gegen Rechts dazu auf, sich der AfD entgegen zu stellen.

AfD-Demo: Samstag, 19.11.2016, 14.30 Uhr Hachmannplatz (Hbf)

[1] https://alternative-hamburg.de/afd-demo-november-2016/
[2] http://www.mopo.de/…/16-jaehriger-an-der-alster-erstochen-r…