WELT,  Per Hinrichs

Hilde Michnia soll als SS-Mitglied den Todesmarsch ins KZ Bergen-Belsen begleitet haben, bei dem Hunderte Frauen ums Leben kamen. Das Verfahren war schon eingestellt, doch nun wird wieder ermittelt.
Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen die frühere KZ-Aufseherin Hilde Michnia aus Hamburg wieder aufgenommen – auf Anweisung der Generalstaatsanwaltschaft. Das bestätigte die Behörde der WELT am Dienstag.
Die heute 95 Jahre alte Frau soll 1945 an einem Todesmarsch von KZ-Häftlingen beteiligt gewesen sein, die vom Konzentrations- und Arbeitslager Grünberg, dem heutigen Zielona Góra in Polen, über das 60 Kilometer entfernte Guben weitere 400 Kilometer bis nach Bergen-Belsen laufen mussten. Von 2000 entkräfteten Frauen kamen bei dem Marsch etwa 1400 ums Leben. In den letzten Kriegswochen war Michnia noch im KZ Bergen-Belsen eingesetzt gewesen. In einem Video-Interview von 2004 erzählte sie selbst, an einem Marsch teilgenommen zu haben.
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Hamburg Global, 
Gaston Kirsche

Als der Maurer Mehmet Kaymakcı auf dem Rückweg von der Arbeit noch in die Kneipe „Bei Ronnie“ ging, konnte er nicht ahnen, auf wen er dort treffen würde: die drei Naziskins Frank-Uwe P., Mario B. und Bernd M., alle drei zur Tatzeit um die 20 Jahre alt. Laut Polizeibericht stritten sie sich mit Mehmet Kaymakcı über Politik.
Als Mehmet Kaymakcı nachts die Kneipe verließ, folgten sie ihm bis in die Straße Hohe Liedt. Dort fielen sie über ihn her, schlugen und traten auf ihn ein, auch als er schon am Boden lag. Bis zur Bewusstlosigkeit. Anschließend schleiften sie ihn hinter ein Gebüsch am Rand des Kiwittsmoorparks. Dort zertrümmerte Frank-Uwe P. dem bereits bewusstlosen Mehmet Kaymakcı mit einem zentnerschweren Betonstück den Schädel.
Dabei machten sie so einen Lärm, dass in der Nachbarschaft Schlafende geweckt wurden. Die sahen, wie die drei Skinheads den Steinblock über den Rasen rollten und riefen die Polizei. Eine Streifenwagenbesatzung konnten einen der vermeintlichen “Ruhestörer” fassen: Frank-Uwe P. Nach einer Ermahnung und der Personalienfeststellung durfte er gehen.
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Hamburger Abendblatt

G20-Proteste: Über diese sechs Szenen reden jetzt alle
Bisher war in Berichten stets von linken Demonstranten beim G20-Gipfel zu lesen. Ein neuer Bericht bringt nun andere Fakten zu Tage. Während im Innenausschuss des Hamburger Senats die Arbeit der Polizei beim G20-Gipfel aufgearbeitet wird, gibt es nun neue Informationen zu den Demonstrationsteilnehmern. Unter die weitestgehend linken Demonstranten sollen sich auch mindestens zwei rechtsextreme Gruppen gemischt haben.
Dem Nachrichtenportal "Thüringen24" liegen zwei Aussagen von Neonazi-Gruppen vor, die ihre Teilnahme an den G20-Protesten Anfang Juli bestätigen. Die Gruppen haben laut Bericht auch Sympathien für die Ausschreitungen, bei denen Polizisten verletzt wurden.

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Gerrit Bartels

Rolf Peter Sieferles völkisch raunendes Machwerk "Finis Germania" steht nun auch in den Top-Ten der "Spiegel"-Bestsellerliste.
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Diskussionsbeitrag von Bernd Gäbler
Journalisten sind gerne Mahner und Warner. Das dürfen sie auch sein, wenn sie sich dabei nicht dazu verführen lassen, alles, was jetzt ist, nur als Vorstufe für Schlimmeres zu begreifen. Das gilt auch für die Berichte über die in den Bundestag strebende Alternative für Deutschland (AfD). Weil sie immer mit dem sterilen Konstrukt operiert, einem homogenen Volk stünde eine korrupte Elite entgegen, die dieses Volk verrate, ist diese Partei mit dem Begriff „rechtspopulistisch“ richtig charakterisiert. Sie ist anti-pluralistisch und nationalistisch, aber eben keine neofaschistische Bedrohung.

Die AfD setzt auf Ausgrenzung, aber nicht auf Vernichtung. Sogar das Grundrecht auf Asyl hat sie noch in ihrem Programm stehen. Zu ihrem Wesen gehört aber auch, dass sie Brücken baut zu völkischen Positionen. Hier sind die aktivsten Mitglieder heimisch. Deren Kraft braucht die AfD zu jeder innerparteilichen Weichenstellung. Nur im Bündnis mit Björn Höcke konnte Frauke Petry den Parteigründer Bernd Lucke stürzen, nur mit dem Segen Björn Höckes konnte Alexander Gauland die amtierende Parteivorsitzende Frauke Petry auf dem vergangenen Parteitag an den Rand drängen.
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