Aufruf +++ Zeit zu handeln: Keinen Raum der AfD +++ jetzt unterschreiben
Barmbek sagt nein: kein Naziladen in der Fuhle
Kommt zu den Mahnwachen, jeden Di.+Do. 17-19 Uhr, Sa. 11-13 Uhr, Fuhlsbüttler Str. 257
Noch nicht einmal Aufklärung, Gedenken an Süleyman Taşköprü

Unsere Aktionen
gegen den Thor Steinar-Laden im Oktober 2008

Infos zu Thor Steinar

Verkauf von Nazikleidung in Bergedorf nach Protesten gestoppt


+++ Das Hamburger Bündnis gegen Rechts sagt
TSCHÜSS "Thor Steinar" +++

Der Naziladen verlässt aufgrund unserer vielfältigen Proteste
zum 31.10.08 die HSH-Shopping-Passage

Ein Grund zum Feiern!

200 bis 300 Antifaschistinnen und Antifaschisten fanden sich
zur  Abschlusskundgebung am Sa., d. 25.10.08 vor der HSH
ShoppingPassage ein und feierten mit uns den Auszug von "Brevik"


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 Wir freuen uns, dass wir es gemeinsam geschafft haben,

den Naziladen "Thor Steinar" schnell wieder aus

 der Hamburger Innenstadt zu befördern.

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Naziläden schließen! Stoppt Thor Steinar!

 

Thor Steinar: Hamburg sagt »Tschüss«

Nach vier Wochen Protest schließt Nazi-Bekleidungs-Filiale

Am 25. Oktober, gerade vier Wochen nach der Eröffnung, schließt »Brevik«. Vorangegangen waren tagtägliche Kundgebungen und Proteste gegen den Verkauf von Nazimode inmitten der Hamburger City. Was dort unauffällig wie ein neues Knäckebrot oder die Wortschöpfung eines skandinavischen Möbelhausesdaher kommt, ist die bislang bundesweit sechste Filialeder bei Neonazis und Rassisten aller Couleur begehrten Bekleidungsmarke »Thor Steinar «.

Gegen das Geschäft mit den Naziklamotten protestieren seit seiner Eröffnung am letzten Donnerstag im September mal hundert- und manchmal auch nur ein dutzend Antifaschistinnen und Antifaschisten. Der kontinuierliche Protest von »Anbeginn an« war eine richtige Entscheidung, schreibt das »Hamburger Bündnis gegen Rechts« in seinem Aufruf: »Ein Gewöhnungseffekt darf sich erst gar nicht breit machen.« Von ähnlichen Auseinandersetzungen in Berlin, Magdeburg, Leipzig und Dresden wisse man, dass Kündigungsklagen zwar aussichtsreich sind, sich aber durch den Instanzenweg lange hinziehen. »Schließlich wolle man nicht einfach warten, wie sich inmitten der Hamburger Innenstadt ein Anlaufpunkt für Neonazis etabliert«, meint Wolfram Siede für das Hamburger Bündnis. Doch nicht nur engagierte Antifas, sondern auch die anliegenden Geschäftsleute waren genervt vom ungebetenen Nachbarn in der gemeinsamen Ladenpassage – darunter eine Boutique mit Fanartikeln des FC St. Pauli im Sortiment und ein Geschäft für Schmuck aus Israel. Die Bruchlinien im Marketingkonzept der Passage, ein durch die Bankenkrise im Ansehen beschädigter Vermieter, eine den Protesten freundlich gesonnene Presse und schließlich die täglichen Kundgebungen mit der einhergehenden Polizeipräsenz führten zu einer Konstellation, die den politische Druck erzeugte und zur unverhofft schnellen Schließung der Naziboutique führte. Aber erst einmal ließ sich die Hausverwaltung der HSH-Nordbank AG vom Geschäftsführer des Thor-Steinar-Vertriebes ordentlich hinters Licht führen. Gleich für fünf Jahre vermietete die bankeigene Hausverwaltung den gut platzierten Laden. Seitdem verkaufte das Ladengeschäft in der HSH-Passage pikanterweise Klamotten, die zu tragen in der von der HSH-Nordbank gesponserten Volkspark-Arena laut Stadionordnung verboten sind. Zu Recht sah sich der Vermieter »arglistig getäuscht« und wollte seinen Mieter »ohne Ablösezahlung« kündigen, so der HSH-Pressesprecher Christian Buchholz in einer Pressemitteilung. Doch auf der Leitungsebene der »Landesbank für Hamburg und Schleswig-Holstein« entschied man anders: Anstelle eines langwierigen Kündigungsverfahrens und einer womöglichen, politischen Auseinandersetzung ging die Passagenverwaltung den Weg der Vertragsauflösung im »gegenseitigen Einverständnis«. Nach Informationen der Hamburger Morgenpost floss dabei eine Ablösesumme von 800 000 Euro in die Tasche des gewieften Geschäftsmannes. Uwe Meusel weiß aus der eigenen Ablehnung Kapital zu schlagen und offenbart die Finesse und das Geschäftsgebaren eines Jürgen Rieger. Bereits im Streit um die Kündigungsklage seiner Thor-Steinar-Filliale in Magdeburg erklärte sich Meusel bereit, für eine halbe Million Euro aus dem »Hundertwasser-Haus«, in das er sich eingemietet hat, zu verschwinden, um an der nächsten Straßenecke mit dem Gewinn an Geld und Promotion eine neue Filiale aufzumachen. Während man in Magdeburg bei so viel Geld auf eine Räumungsklage setzt, zahlte die Hamburger Landesbank und tauschte gleich noch ihren Pressesprecher aus. Dessen Nachfolgerin, Gesine Dähn, schaltete gegenüber dem »Neuen Deutschland« den kategorischen Imperativ ihres Vorgängers deutlich zurück: »Wir erstatten keine Abfindung und keine Prämie. Wir erstatten lediglich die entstandenen Kosten.« Wie hoch diese ausfallen, darüber dürfe sie aber nicht sagen, das gebiete die vereinbarte Vertraulichkeit.

In Magdeburg, wo im Sommer 2007 ein Laden startete, kam es gleich am Eröffnungstag zu einer fristlosen Kündigung, die in erster Instanz Bestand hat. Das Magdeburger Landgericht vertrat die Auffassung; dass die Marke »Thor Steinar« eine Art »geistige Umweltverschmutzung « darstelle. Es billigte der Inhaberin einer anderen Boutique auch Mietminderung zu. Begründung: Die Nachbarschaft des »Thor-Steinar«-Geschäftes strahle »geistige Emissionsbeeinträchtigungen « aus. Ihre Miete müsse um zehn Prozent gesenkt werden – ähnlich wie bei Gestank. Das Verfahren geht derzeit durch den gerichtlichen Instanzenweg.

In der gleichen Woche, in der der Rausschmiss der Hamburger Filiale erfolgte, bestätigte das Berliner Landgericht eine Kündigungsklage gegen die Thor-Steinar-Filiale in der Rosa-Luxemburg-Straße 18 in Berlin-Mitte. Der zuständige Richter folgte in weiten Teilen den Argumenten des Klageführers: Die Protex GmbH, die den Laden angemietete, hätte den Vermieter über den Verkauf der Marke »Thor Steinar« in dem Laden informieren müssen.
 Im Oktober wird zudem auch letztinstanzlich über die Räumungsklage gegen die Magdeburger Filiale entschieden und die Chancen stehen gut, dass die Gerichte »Nazimode« nicht als »Outdoor-Bekleidung« durchgehen lassen. In Hamburg gab es bereits mehrere Versuche, Naziläden zu etablieren. Der aktuellste ist wenige Tage alt und kommt aus dem berüchtigten »Celtic Tattoo«-Laden in Bergedorf. Seit der Bekanntgabe der Kündigung der Thor Steinar-Filiale, verkauft der Tätowierladen in der Lohbrügger Landstraße 9 die bei Nazis beliebten Marken »Thor Steinar«, »Pro Violence« und »Walhalla Germany«. Sein Vorgänger schimpfte sich im Sommer 2007 »Unbreakable Streetware« an der Bürgerweide in Borgfelde. Die Kündigung erreichte den Betreiber, nachdem Neonazis den Geburtstag von Adolf Hitler mit Hakenkreuztorte feierten - 2006 musste derselbe Ladenbesitzer sein Geschäft »Odin und Freya« in St. Pauli nach lang anhaltenden Protesten und einer Sammelbeschwerde der Anwohnerinnen räumen. Auch der Naziladen »Nordic Thunder« am Lokstedter Steindamm sowie der Bekleidungsladen »Stavanger« in der Alsenstraße gaben bereits vor Jahren auf. 

Anders als die genannten Läden wollte sich Meusel allerdings nicht in Seitenstraßen und Vororten verstecken, sondern seine Marken in Hamburgs bester Verkaufslage präsentieren. Jugendliche Antifas, die mit einer hohen Ausdauer den Protest initiierten, haben zusammen mit organisierten Kampagnenstrukturen dafür gesorgt, dass es dem Markenführer in Sachen Naziklamotten nicht anders ergeht als seinen schmuddeligen Vor- und Nachläufern. Weiter so! (Wolfram Siede)

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